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Jakob Lorber | Winke zur Kur einer Besessenen

Dieser Blogartikel ist ein Text aus den Neuoffenbarungen Jakob Lorbers.

Anselm Hüttenbrenner, Komponist und Musikkritiker und ein enger Freund Lorbers, betreute damals eine Familie deren Tochter an Besessenheitssymptomen litt.

Als es nicht besser wurde mit dem Mädchen, wandte sich A. Hüttenbrenner durch Jakob Lorber an Jesus Christus und liess fragen, ob es recht sei, wie er dem Mädchen zu helfen versuche, z.B. durch den Heilmagnetismus (Handauflegung) unter Gebet oder indem er dem Geist befahl, aus dem Körper es Mädchens zu weichen (Exorzismus). Das Mädchen wurde jedoch nicht frei und die Symptome immer schlimmer, so dass auch die behandelnden Ärzte mit ihrem Latein bald am Ende waren und Anselm selber Gefahr lief, von einem Geist besetzt zu werden. Jesus lies ihm darauf durch J. Lorber folgendes ausrichten:

 

O Herr! Darf ich die F.G. nach dem Wunsch ihrer Mutter und ihres Arztes St. in den magnetischen Schlaf versetzen (Handauflegen)? Tat ich wohl, dass ich dem ihr innewohnenden Dämon in Deinem heiligsten Namen gebot, aus ihr zu weichen, und nimmer in sie hineinzufahren? Darf ich diese Beschwörung wiederholen?

 

1. Der Herr: Höre, Mein lieber A.H.W.! Ich habe dir ja schon bei der letzten Anfrage hinreichend dargetan, wie es mit dieser Kranken steht und was ihr helfen kann. Warum fragst du nun um etwas anderes? Meinst du denn, es wird ihr etwas anderes helfen? Du kannst ja versuchen, was dir und dem Weltarzt St. bedünkt; aber siehe zu, dass du selbst an dir und deinem Haus keinen Schaden leidest! Denn du kennst nicht die jetzige Freiheit und Arglist der Geister!

 

2. Siehe, dein Wille, zu tun wider Meinen Rat, in der Meinung, es sei etwas Gutes, hat schon zwei grobe Geister vor die Tür deines Hauses gelockt. Habe Acht, dass sie nicht einen Brand in deinen Verstand und einen in deine Wissbegierde schießen lassen! Denn in diesem Brand würde bald alles zerstört sein, was Ich bis jetzt mühsam in deinem Herzen aufgebaut habe.

 

3. Also aber sehen die Geister aus: Der eine ist ein grausandiges, altes Kriegsgebilde, um dich gefangen zu nehmen in seine sandige Wesenheit. Der andere und ärgere ist ein großes Riesenglasauge, gleich einem großen Fass, das sich vor die Tür deines Hauses hingewälzt hat; dieses Auge schießt Brände aus seiner argen Mitte und müht sich ab schon drei Tage und Nächte, um das Zentrum deines Verstandes zu treffen. Daher halte dich ja fest an Mich an, sonst magst du Schaden leiden bei dir selbst!

 

4. Meinst du aber, das Einschläfern wird diese Kranke zur Ruhe bringen? Kann sein, wenn Ich sie auslassen würde auf einige Augenblicke, damit der Dämon euch täusche, um dann mit größerer Hartnäckigkeit aufzutreten, aber nicht zu weichen! Weißt du denn das nicht, dass die sogenannten magnetischen Striche nur in den Krankheitskrisen erteilt werden müssen, aber niemals beim Nachlassen der Krankheit; wenn sie aber erteilt werden beim Nachlassen, werden die Krisen sobald wieder entweder offenbar oder heimlich hervorgerufen, wovon die heimlichen ärger sind denn die offenbaren. Siehe, also wird das sogenannte Magnetisieren hier wenig fruchten, da die kranke F. es während der Krise gar nicht ertragen wird; beim Nachlassen aber wird es ihr wenig nützen; warum – ist schon gesagt.

 

5. Ich habe es aber ja schon in des Mädchens Herz gelegt, was ihr helfen kann. Und sie hat es auch schon laut ausgesprochen. Und dir habe Ich es auch in der vorigen Mitteilung klärlich gezeigt. Warum wird denn das nicht lebendig gläubig befolgt? Oder soll Ich etwa in den Rat eures Weltarztes eingehen? O das werde Ich nicht tun! Siehe, das ist auch ein Stein des Anstoßes, über welchen die Weltweisheit fällt und gar gewaltig scheitert. Sie soll hier nur erfahren, was sie vermag! Mit Mir kann auch der wahre Arzt alles segensreich tun; ohne Mich aber nichts!

 

6. Wenn die Ärzte ihre Hände zuerst zu Mir erheben würden und dann sie legten auf die Kranken, so würde es mit diesen bald besser werden. Aber so reiben sie nur zuvor ihre Stirn statt der Brust und legen dann eine Gansfeder auf einen Fleck Papier und bekritzeln dasselbe mit ihrer lateinischen und griechischen Weisheit, anstatt dass sie legten eine segnende Hand auf den Kranken, voll Glaubens und Trauens auf Meine Kraft und Hilfe. Kann da wohl ein Kranker je völlig genesen?

 

7. Siehe, das Mädchen verlacht die Ärzte schon; das ist ein gut Ding für sie. Daher lasse die Ärzte nur handeln und erraten. Der Arzt L. aber soll beten und dann ihr in Meinem Namen die Hände auflegen, soll aber die Zeit hindurch keinen Tabak rauchen! Da würde er eine sehr gute Wirkung hervorbringen, aber nur gläubig durch Mich allein, sonst aber durchaus nicht! Der sogenannte Exorzismus, besser die Wort- und Glaubenshilfe, ist aber ja von Mir schon ohnehin als das alleinig helfende Mittel angezeigt worden. Warum wurde er denn nicht angewendet? Auch andere lindernde Mittel wurden euch von Mir angezeigt; wer aber hat sie angewendet lebendig gläubig in Meinem Namen?

 

8. Es gäbe noch eine Menge natürlicher, gesegneter Mittel, die da alle könnten eine gewaltige Linderung verschaffen in Meinem Namen; wer aber möchte sie gebrauchen, da sie nicht mit der lateinischen Weisheit der Ärzte im Einklang stehen? Siehe, daher ist hier guter Rat im Ernst etwas teuer, da ihn niemand befolgen kann und will – wegen der Welt und wegen der lateinischen Weisheit der Ärzte. Also lassen wir die Ärzte hier sich nur recht abpuffen, und zur rechten Zeit werde Ich schon ohnehin tun, was des Rechtens sein wird.

 

9. Dir, Mein lieber A.H.W., aber sage Ich: Blas’ nicht, was dich nicht brennt! Sondern lasse nur die blasen, die es nun schon ganz gewaltig brennt. Wenn es dich aber brennen wird, dann blase auch du, und Ich werde dir da deinen Odem segnen, auf dass du leichtlich deinen Brand wirst zu stillen imstande sein. Willst du aber schon durchaus ein guter Mitarzt sein, da tue du Gutes nur im Stillen, auf dass dir darum niemand wird einen Dank schuldig sein. So werde Ich gerne dein gläubig Gebet erhören, und das ist auch der allerwirksamste Exorzismus!

 

10. Sage nicht: „Böser Geist, fahre aus!“ – sondern sage: „Guter Vater, hilf ihr!“ – so wirst du recht bitten und beten, und Ich werde dann das rechte Übel an und in ihr heilen! Wärest du schon völlig wiedergeboren und somit auch schon völlig eins mit Mir, so könntest du wohl sagen: „Fahre aus im Namen des Herrn Jesus Christus!“ – und es müsste geschehen nach deinem Wort. Aber solches ist bei dir nun noch nicht der Fall. Daher bete nun dafür im Vertrauen und in aller Demut und Liebe deines Herzens, und es wird da schon zur rechten Zeit geschehen, was das Allerbeste sein wird. Amen.

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Winke zur Kur einer Besessenen (Teil 2) – 9. Mai 1842

 

Anselm Hüttenbrenner: O heiligster, liebevollster Vater! Siehe meine große Verlegenheit, in die ich bezüglich der F.G. gesetzt werde, da deren Mutter (der ich vor einem Monat meine magnetische Beihilfe im Vertrauen auf Deinen göttlichen Beistand aus Nächstenliebe zusagte) und ihre beiden Ärzte nun darauf bestehen und in mich ernstlich dringen, dass ich das Mädchen magnetisieren solle, und zwar schon morgen! O Herr! Ich will ja nicht im Allergeringsten Deinem heiligsten Rat misstrauen oder Deinem überheiligen Willen ungehorsam sein; aber auf der anderen Seite will ich vor der bekümmerten Mutter und den verlegenen Ärzten auch nicht als unerbittlich, gefühllos und grausam erscheinen, wenn ich mich weigere das zu tun, was ich leider, ohne Dich zu fragen, zugesagt habe. O Herr! Ich bitte Dich recht demütig und inständig, zeige mir da gnädigst einen Ausweg, denn Dir ist kein Ding unmöglich! Dein heiligster Wille geschehe an dem armen kranken Mädchen! Amen.

 

1. Der Herr: Siehe, das ist die Folge, wenn man sich nicht allezeit eher mit Mir beratet, bevor man etwas unternimmt, besonders zur Zeit, so die Tür zu Mir so weit und breit geöffnet ist. Jetzt fragst du freilich wohl schon zum dritten Mal über einen und denselben Punkt; allein Ich kann dir alles dessen ungeachtet keinen anderen Bescheid geben, als den Ich dir in dieser Sache schon zwei Mal gegeben habe! Wenn du aber schon durchaus den Forderungen dieser Familie nicht auszuweichen vermagst, da kannst du ja einen Versuch machen, um dich und den Arzt zu überzeugen, dass „Meine Wege tiefer liegen als alle Weltweisheit“. Die Folge aber wird dir zeigen, wie weit Mein Rat und wie weit die Forderungen der Welt gehen!

 

2. Setzen wir aber den Fall, es möchte die sogenannte magnetische Behandlung dem Mägdlein wenigstens dem Äußeren nach auf eine Zeit gut anschlagen, meinst du wohl, das Übel wird dadurch behoben? Weißt du aber auch, wie lange es, und wie auf dich etwa rückwirkend, dauern wird? Siehe, auch das sollst du durch die Erfahrung kennenlernen. So aber die Behandlung etwa doch nicht fruchtbringend sein sollte, was werdet ihr dann machen?

 

3. Siehe, der sogenannte Magnetismus hätte wohl irgendeine naturmäßig bessere Wirkung hervorgebracht, so er beim ersten Auftreten dieses Übels wäre gläubig, aber nicht bloß kunstmäßig angewendet worden, da die Natur noch frei war. Was aber wird er jetzt mit einem von Medizinen angestopften leiblichen Organismus tun? Siehe, hier müssten erst die Medizinen alle hinausmagnetisiert werden, bevor diese Behandlung irgend wohltätig eingreifen sollte und könnte. Siehe, die Beseitigung dieses Übels wird sehr viel und einen sehr gewaltigen Magnetismus brauchen!

 

4. Ferner bringt die magnetische Behandlung nur in den schwachen Nerven, welche gewisserart in einen Hunger verfallen sind, eine gute, sättigende und stärkende Wirkung hervor. Welche Wirkung aber wird sie da hernach hervorbringen, wo die Nerven ohnehin überspannt gesättigt sind, bis auf einige wenige Nervenpaare hinter den Augen und Augenlidern, welche aber mit den anderen Nerven des Leibes nur durch das Gehirn in einem sehr geringen Zusammenhang stehen? Aus welchem Grunde dem Mägdlein denn auch solche ärztliche Behandlung wohltut, während eine allgemeine sie notwendig schmerzlich erregen muss; außer so da jemand verstünde, sie negativ zu behandeln, welche Behandlung ihr dann zwar wohltun, aber sie dennoch nicht heilen, sondern nur schwächen möchte gleich einer starken Blutwegnahme. Siehe, solches alles aber wirst du erst selbst ersehen!

 

5. Ich sage dir aber noch, was da den ungebetenen Gast betrifft, so kann es auch geschehen, dass dieser bald gar tückisch zurückweicht und ihr meinen werdet, die Magd sei hergestellt. Solches aber wird ferne sein! Denn bei solcher Gelegenheit sagen solche Geister auch: „Aufgeschoben ist noch nicht aufgehoben! Lasst ihr mich nicht auf dem Dach, so ziehe ich mich denn in den Keller und will da Minen anlegen in aller Stille, dass euch darüber die Haare zu Berge steigen sollen in der Zeit, wann ich euch wieder zum Kampf auffordern werde!“ – Verstehst du solches?! Das ist zwar freilich der Welt wohl gar fremd und, so es ihr gesagt werden möchte, überaus lächerlich und ärgerlich; aber darum in der Natur der Sache dennoch nicht um ein Haar anders! Siehe, in dieser Hinsicht wird wohl der örtliche wie der allgemeine Magnetismus wenig nützen! Die Grundheilung aber brauche Ich nicht noch einmal anzugeben!

 

6. Wenn denn aber schon durchaus magnetisiert werden muss, warum tun solches denn nicht die bezahlten Ärzte oder lassen es durch irgendjemand anderen ihrer Untergebenen tun nach ihrer Instruktion – also wie sie in der Apotheke lassen unbekümmert die Medikamente verfertigen und von einem Chirurgen die Egel setzen, zur Ader lassen und Pflaster anheften oder Glieder abschneiden? Sie haben keine Zeit, und es trüge ihnen zu wenig? Kurz, da aber du schon einmal dich ohne Meinen Vor-Rat der Sache angenommen hast, da magst du wohl einen Versuch machen. Ich werde dir darum nicht gram werden; denn du sollst Meinen Rat nicht für ein bestimmtes Gesetz ansehen.

 

7. Meine Hilfe aber kommt nicht von heute auf morgen, sondern nach der Lebendigkeit des Glaubens, Vertrauens und der wahren Liebe zu Mir! Solches verstehe auch. Amen.

 

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©Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2,  Lorberverlag Bietigheim

Photoart: Tama 66 on pixabay, thx4

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